Pflegeforschung

 

Weitere Artikel zu ausgewählten Forschungsprojekten finden Sie hier.

 

 

Wie weiter nach einer Stammzelltransplantation?

 

Prof. Dr. Sabina De Geest und Monika Kirsch, Institut für Pflegewissenschaft, Universität Basel

 

Viele Krebspatienten mit Blut­ oder Lymphdrüsenkrebs können mit einer Stammzelltransplantation geheilt werden. Diese Therapie birgt aber auch das Risiko von Spätfolgen. Damit sich diese möglichst rasch erfassen lassen, wird am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel ein entsprechendes Instrument für ehemalige Patienten entwickelt.

 

Bei bestimmten Krebsarten ist die Stammzelltransplantation eine – oder auch manchmal die einzige – Möglichkeit, die Krankheit zu heilen. Die Patienten, die sich einer solchen Therapie unterziehen, sind einer hohen Belastung ausgesetzt: Sie erhalten starke Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, müssen wochen- bis monatelang im Spital bleiben und wissen oft lange nicht, ob die Behandlung anschlägt.

 

Diese Belastung hinterlässt Spuren. Auch wenn die Stammzelltransplantation erfolgreich ist, besteht bei den ehemaligen Krebspatienten lebenslang ein erhöhtes Risiko für körperliche und psychische Spätschäden, zum Beispiel Unfruchtbarkeit oder Sehstörungen. Damit solche Schäden möglichst früh erkannt und behandelt werden können, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen sinnvoll. Und es ist wichtig, dass die betroffenen Patienten auch selbst wissen, welche Beschwerden bei ihnen auftreten können – eventuell auch erst Jahre nach der Krebstherapie.

 

Um Patienten für dieses Selbst-Management nach der Stammzelltransplantation zu befähigen, braucht es geeignete Instrumente, zum Beispiel Checklisten, mit denen ehemalige Patienten selbst ihren Gesundheitszustand überprüfen können. Am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel wird im Rahmen eines Forschungsprojekts ein solches Instrument entwickelt. Prof. Dr. Sabina De Geest und ihr Team erarbeiten es in Zusammenarbeit mit Patienten, die eine Stammzelltransplantation durchgemacht haben. Dabei geht es nicht nur um medizinische Folgen der Therapie, sondern auch um andere Aspekte der Lebensqualität, zum Beispiel die emotionale Stabilität oder die Berufstätigkeit. Das Ziel ist, die Nachsorge bei Patienten nach Stammzelltransplantation langfristig zu verbessern.