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Wissen kompakt – Viren und Krebs

Viren sind mikroskopisch kleine Partikel, die vorranging aus Erbmaterial und einer schützenden Eiweisshülle bestehen. Da sie im Gegensatz zu Bakterien keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, benötigen sie für ihre Vermehrung die Zellen eines lebenden Organismus – einen Wirt.

Man geht davon aus, dass jede zehnte Krebserkrankung auf Viren zurückzuführen ist. Die häufigsten viralen Verursacher von Krebs sind humane Papillomaviren, das Epstein-Barr-Virus und Hepatitis-Viren. Das humane Papillomavirus beispielsweise kann Gebärmutterhalskrebs und Hals-/Rachen-Tumoren verursachen. Das Epstein-Barr-Virus, das zu den Herpesviren zählt, steht in Zusammenhang mit verschieden Arten von Lymphomen. Und das Hepatitis-B- und C-Virus kann zu Leberkrebs führen.

Um sich zu vermehren, müssen einige Viren ihr Erbmaterial in das Erbgut der Wirtszelle einschleusen. Das kann dazu führen, dass Gene mit wichtigen Kontrollfunktionen an- oder abgeschaltet werden, die das Wachstum oder Überleben der Wirtszelle steuern. Wachsen solche Zellen unkontrolliert weiter, kann Krebs entstehen. 

Den besten Schutz gegen eine Virusinfektion bieten Impfstoffe. Zur Vorbeugung von Krebs stehen bislang Impfstoffe gegen das Hepatitis-B-Virus und einzelne humane Papillomviren zur Verfügung. Diese schützen vor Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs – jedoch nur, wenn sie verabreicht werden, bevor man dem krebsfördernden Virus ausgesetzt ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt forschen intensiv an weiteren Impfstoffen. Die Stiftung Krebsforschung Schweiz hilft ihnen dabei und unterstützt regelmässig und seit vielen Jahren qualitativ gute Projekte in diesem Bereich.