Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenDas Wachstum von Metastasen verstehen – und verhindern

Das Wachstum von Metastasen verstehen – und verhindern

Dass sich Zellen vom Tumor lösen, geschieht beim Brustkrebs oft schon, bevor er diagnostiziert wird. Bei dieser Erkrankung sollte es deshalb weniger darum gehen, die Streuung zu verhindern – sondern das Wachstum der schon gestreuten Zellen zu unterbinden.

Trotz der grossen Fortschritte in der Behandlung von Brustkrebs kehrt die Erkrankung bei ungefähr 30 Prozent der betroffenen Frauen zurück – meist an einem anderen Ort im Körper. Gegen die fortgeschrittene (oder metastasierte) Form der Behandlung ist die Medizin leider auch heute noch so gut wie machtlos. «Neue therapeutische Ideen und Ansätze sind dringend gefragt», sagt Curzio Rüegg von der Universität Freiburg.

Mit seiner Gruppe verfolgt Rüegg eine Strategie, die sich deutlich von der Hauptrichtung der weltweiten Forschungsanstrengungen abhebt. Diese Anstrengungen haben zwar zur Aufdeckung zahlreicher molekularer Mechanismen beigetragen, die für den Prozess der Metastasierung verantwortlich sind und also eine Tumorzelle veranlassen können, sich vom Zellverbund zu trennen.

Doch beim Brustkrebs trennen sich vereinzelte Zellen oft schon zu Beginn der Erkrankung vom Primärtumor. Als so genannte zirkulierende Tumorzellen gelingt es ihnen, an weiteren Stellen im Körper Fuss zu fassen, bevor der Brustkrebs überhaupt erkannt wird. Und dann besteht das Risiko, dass sie – als so genannte schlafende Mikrometastasen – die Behandlung überstehen. Was diese Zellen verleitet, nach mehreren Jahren Schlaf wieder aktiv zu werden, sich zu teilen und als so genannte Krebsstammzellen einen neuen Tumor zu formen, liegt bisher noch im Dunkeln.

Hier setzen die Fragen an, die das Forschungsteam um Rüegg mit dem neuen, von der Stiftung Krebsforschung Schweiz unterstützten wissenschaftlichen Projekt beantworten will. Im Vordergrund stehen einerseits Immunzellen, die offenbar das Überleben der Krebsstammzellen begünstigen. Andererseits interessiert sich die Forschungsgruppe auch für bestimmte Eiweisse und Signalwege, die ihnen etwa in den Zellen von Hirnmetastasen von Brustkrebspatientinnen aufgefallen sind. «Wir wollen die Mechanismen aufschlüsseln, die den Schlaf und das Wachstum von Metastasen regeln», sagt Rüegg. Er hofft, dass dieses Wissen aufzeigen wird, wie das tödliche Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden kann.

Vertieftes Wissen über die Metastasenbildung bei Brustkrebs