Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenDen Bauchspeicheldrüsenkrebs für das Abwehrsystem sichtbar machen

Den Bauchspeicheldrüsenkrebs für das Abwehrsystem sichtbar machen

Beim metastasierten Pankreaskrebs funktioniert die ansonsten erstaunlich erfolgreiche Immuntherapie bisher leider nicht. Eine von der Stiftung Krebsforschung Schweiz unterstützte Studie testet, ob sich die immuntherapeutische Wirksamkeit verbessern lässt.

Matthias Worni möchte prüfen, ob ein neues chirurgisches Verfahren helfen kann, den Bauchspeicheldrüsenkrebs für das Abwehrsystem sichtbar zu machen.

Bei vielen Krebsarten sind in den letzten Jahrzehnten grosse (und mitunter sogar spektakuläre) Fortschritte in der Behandlung erzielt worden. Doch leider nicht bei allen. So liegt die 5-Jahre-Überlebensrate beim metastasierten Pankreaskarzinom immer noch bei nur fünf Prozent, fast gleich tief wie vor 40 Jahren. Auch die immuntherapeutische Revolution hat daran nichts geändert. Ihr völlig neuer Ansatz, der sich nicht direkt gegen den Tumor richtet, sondern das körpereigene Abwehrsystem unterstützt, gegen die entarteten Zellen vorzugehen, versagt beim Bauchspeicheldrüsenkrebs. «Das liegt vor allem daran, dass das Pankreaskarzinom nur wenige tumorspezifische Antigene aufweist und es sich zudem eine immunsuppressive Nische einrichtet, in die fast keine Abwehrzellen eindringen», sagt der Viszeralchirurg Mathias Worni.

Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung möchte Worni in einer von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderten klinischen Studie prüfen, ob ein neues chirurgisches Verfahren – die so genannte irreversible Elektroporation (IRE), mit der Tumorzellen mit starken Stromstössen lokal abgetötet werden – helfen kann, den Bauchspeicheldrüsenkrebs für das Abwehrsystem sichtbar zu machen. Geplant ist, bei 11 Patientinnen oder Patienten einen Tumorableger in der Leber mit IRE zu zerstören – und sie dann mit einem immuntherapeutischen Medikament (einem so genannten Checkpoint-Inhibitor) zu behandeln. Worni hofft, dass die abgetöteten Krebszellen dem Abwehrsystem beim Aufräumen und Entsorgen ihrer Zellinhalte zeigen, gegen was es zu kämpfen hat. Und dass die IRE der Immuntherapie dadurch auch beim Pankreaskarzinom zum Durchbruch verhilft, damit sich die düsteren Aussichten von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs endlich aufhellen.

Projekt-Nummer: KFS-4682-02-2019