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Gebärmutterhalskrebs verhindern

HIV-positive Frauen haben ein drastisch erhöhtes Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. In einem von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderten Projekt suchen Forschende in Sambia nach einer guten und günstigen Methode, um Krebsvorstufen entdecken und entfernen zu können.

Katayoun Taghavi und Julia Bohlius suchen nach den besten Früherkennungsmethoden für HIV-positive Frauen in Sambia.

Hierzulande hat der Gebärmutterhalskrebs – dank Vorsorgeuntersuchungen wie den Pap-Tests – viel von seinem tödlichen Schrecken verloren. Doch in Ländern mit geringem durchschnittlichem Einkommen können sich die meisten Frauen solche Untersuchungen nicht leisten. Das gilt insbesondere für HIV-positive Frauen im südlichen Afrika, die aufgrund ihres geschwächten Abwehrsystems ein siebenfach erhöhtes Risiko haben, an dieser Krebsart zu erkranken.

«Viele dieser Frauen sind erst Mitte 30 – und die Haupternährerinnen ihrer Familie», sagt Katayoun Taghavi, die unter der Leitung von Julia Bohlius am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern ein von der Stiftung Krebsforschung Schweiz gefördertes Projekt in Sambia durchführt. Das Ziel: Die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bei dieser Patientengruppe zu verbessern – und das Leben der Frauen zu retten, indem der Ausbruch der invasiven Erkrankung verhindert wird.

Mit den Ärzten und Pflegenden an der Chelstone-Klinik in der dortigen Hauptstadt Lusaka arbeitet das Team um Bohlius im Rahmen der Aids-Bekämpfung schon lange zusammen. Diese Forschungspartnerschaft bildet den Grundstein für die neue Studie, bei der 250 HIV-infizierte Patientinnen der Klinik mit verschiedenen Früherkennungsmethoden untersucht werden. Neben der herkömmlichen Methode – der visuellen Prüfung des Gebärmutterhalses nach Auftragung von Essigsäure, die Läsionen weiss färbt, aber nur ungefähr die Hälfte aller Krebsvorstufen aufdeckt – soll auch ein neu entwickeltes tragbares Kolposkop zum Einsatz kommen, mit dem sich vergrösserte Bilder von allfälligen Befunden machen lassen.

Diese Bilder können nicht nur weltweit am Bildschirm diskutiert und ausgewertet werden, sondern helfen auch, den betroffenen Frauen zu zeigen, was Krebsvorstufen sind. «Das nimmt etwas von der Angst weg, die viele Frauen haben. Wir hoffen, dass sie dadurch bereit sind, ihre Freundinnen und Nachbarinnen zu motivieren, sich ebenfalls untersuchen zu lassen», sagt Taghavi.