Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenHirnschädigungen mit Übungen ausgleichen

Hirnschädigungen mit Übungen ausgleichen

Dank spektakulärer Fortschritte in der Medizin überleben vier von fünf Kindern ihre Krebserkrankung. Doch Chemo- und vor allem Strahlentherapie belasten das sich entwickelnde Gehirn. Kann ein spezielles Trainingsprogramm helfen, Langzeitschäden zu vermeiden?

Eine Krebserkrankung im Kindesalter ist heute – anders als noch vor 50 Jahren – kein Todesurteil mehr. Vier von fünf Betroffenen überleben den Krebs. Doch sie bezahlen dafür einen gesundheitlichen Preis: Kinderkrebsüberlebende haben ein erhöhtes Risiko für neurologische Probleme und damit einhergehende Lernschwierigkeiten.

Schon seit einigen Jahren bieten Kurt Leibundgut und sein Team ihren jungen Patientinnen und Patienten deshalb nach Abschluss der Therapie ein spezielles Förderprogramm an. Nun möchten die Forschenden mit einer Studie die Wirksamkeit von körperlichen und geistigen Übungsmethoden untersuchen.

Für ihre so genannte Brainfit-Studie untersuchen die Forschenden insgesamt 190 Kinder: 150 Krebsüberlebende – die Hälfte davon litt an einem Hirntumor, die andere Hälfte an anderen Krebsarten – und 40 gesunde Kinder im Alter zwischen sieben und 16 Jahren. Der Zufall entscheidet, ob ein Kind während acht Wochen Denk-, Bewegungs- oder gar keine speziellen Übungen absolvieren soll.

Für das Denktraining sind Aufgaben daheim vor dem Bildschirm vorgesehen, mit einem Programm, das sich schon bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen als hilfreich erwiesen hat. Auch das Bewegungstraining hat eine spielerische Komponente, die Kinder können dabei auf Videospielkonsolen zurückgreifen.

Vor und nach der Trainingsphase sowie ein halbes Jahr später ermitteln die Forschenden mit einer Reihe unterschiedlicher Tests die Lernfähigkeiten und die Hirnstruktur der jungen Probandinnen und Probanden. Die Resultate sollen zeigen, ob Leibundguts Hoffnung berechtigt ist: Helfen die Übungsprogramme tatsächlich, die krankheits- und therapiebedingten Schädigungen des Gehirns zu überwinden – und lassen sich dadurch langfristige Benachteiligungen von Anfang an vermeiden?