Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenOnline-Hilfe erhöht die Lebensqualität von Krebsbetroffenen

Online-Hilfe erhöht die Lebensqualität von Krebsbetroffenen

Die Diagnose Krebs belastet viele Patientinnen und Patienten auch psychisch. Ein Online-Programm zur Stressbewältigung kann aber Linderung verschaffen, wie eine von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderten Studie zeigt.

Die meisten Patientinnen und Patienten berichten, dass die Zeit unmittelbar nach der Diagnose schwierig ist. Plötzlich steht die Welt auf dem Kopf. Es gilt trotz den vielen Sorgen, den Boden unter den Füssen nicht zu verlieren. Eine professionelle psychologische Betreuung kann den Betroffenen helfen. Allerdings wird nur eine Minderheit der Betroffenen in der Anfangszeit ihrer Erkrankung psychoonkologisch unterstützt. Das liegt vor allem daran, dass psychoonkologische Dienste zeitlich ausgelastet sind – und nicht eine unbegrenzte Anzahl von neuen Patientinnen und Patienten aufnehmen und betreuen können.

Unterstützt von der Stiftung Krebsforschung Schweiz hat ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein Online-Stressmanagement-Programm entwickelt. Das Programm namens Stream (Stress aktiv mindern) bietet Menschen mit Krebsleiden eine niederschwellige Möglichkeit, um den Umgang mit ihrer belastenden Situation zu bewältigen. Die Forschenden haben in einer Studie mit 129 Patientinnen und Patienten aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Österreich gezeigt, dass dieses webbasierte Beratungs- und Betreeungsangebot einfach anwendbar ist – und die Lebensqualität von Krebsbetroffenen erhöht.

Acht Wochen lang vermittelt die Online-Hilfe den Patientinnen und Patienten mit Übungen und gezielten Anleitungen, wie sie mit dem Stress, den viele Betroffene zu Beginn ihrer Krankheit am stärksten verspüren, umgehen können. Zusätzlich tauschen sich die Teilnehmenden einmal pro Woche mit einer Psychologin schriftlich aus. Für Viviane Hess, die an der Studie beteiligten Leitenden Ärztin Onkologie in Basel, zeigen die Resultate nicht nur, dass die Hilfe zur Selbsthilfe und der regelmässige Email-Kontakt Patientinnen und Patienten effizient unterstützen. Wenn die Patientinnen und Patienten gut über den ersten Schock hinwegkommen, vertragen sie danach in der Regel auch die Therapie besser – und erhöhen ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung.

Projekt-Nummer: KFS-3260-08-2013