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Therapieerfolg vorhersagen – und Behandlung anpassen

Die meisten Patientinnen und Patienten mit einem follikulären Lymphom werden erfolgreich behandelt. Doch bei ungefähr einem Fünftel der Betroffenen kehrt die Erkrankung – trotz Behandlung – innert zwei Jahren zurück. Wie lassen sich die Überlebensaussichten dieser Patientengruppe verbessern?

Das follikuläre Lymphom ist eine seltene Art von Blutkrebs. In der Schweiz erkranken jährlich ungefähr 400 Personen daran. Die meisten Patientinnen und Patienten sprechen gut auf die Therapie an. Viele leben noch Jahrzehnte weiter. Doch bei einer Minderheit der Betroffenen schlägt die Behandlung fehl. Die Krankheit kehrt schon bald zurück – und schreitet dann rasch voran.

Das Problem ist, dass die Medizin nicht zwischen den gut und den schlecht behandelbaren Formen der Krankheit unterscheiden kann. Weder das Krankheitsbild noch die spezifischen genetischen Mutationen erlauben eine Vorhersage des Behandlungserfolgs. So erhalten alle Patientinnen und Patienten die gleiche Behandlung. Es bleibt unklar, wem eine intensivierte Therapie allenfalls nutzen könnte.

Mit ihrem neuen, von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderten Projekt wollen die Forschenden im Team von Michele Ghielmini und Davide Rossi vom Istituto Oncologico della Svizzera Italiana in Bellinzona ein neues Modell für die Abschätzung des Therapieerfolgs entwickeln. Hierfür beugen sie sich über die Krankheitsgeschichten von 134 Patientinnen und Patienten, die sie in den vergangenen Jahren im Tessin behandelt haben. Zudem schauen sie sich auch die Tumormikroumgebung genau an, analysieren das Erbgut in den Tumorproben und weisen nach, welche Gene in welchen Proben an- oder ausgeschaltet sind.

Durch die Integration aller dieser Informationen soll ein Modell entstehen, mit dem die Forschenden zuverlässige Aussagen über den Ausgang einer Behandlung machen können. Getestet wird die Aussagekraft des Modells an zwei weiteren Sätzen von Krankheitsdaten von insgesamt 350 Patientinnen und Patienten aus dem italienischen Piemont. «Gelingt es uns, das Modell zur Abschätzung des Therapieerfolgs zu entwickeln und zu validieren, ebnen wir den Weg für eine risiko-adaptierte Behandlung, die sich etwa für das Hodgkin-Lymphom schon im klinischen Alltag etabliert hat», sagt Ghielmini.

Verbesserte Methoden zur Behandlung von Patienten mit seltenen Tumoren des Immunsystems