Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenWenn die Umgebung eines Tumors für das Therapieversagen sorgt

Wenn die Umgebung eines Tumors für das Therapieversagen sorgt

Das metastasierende Melanom ist leider nur begrenzt therapierbar. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Immunzellen in der Umgebung des Tumors den Krebszellen helfen, sich rasch an die Behandlung anzupassen, wie von der Stiftung Krebsforschung Schweiz unterstützte Forschende feststellen mussten.

Wird der schwarze Hautkrebs erst spät entdeckt – wenn der Tumor schon begonnen hat, Ableger oder Metastasen zu streuen – stehen die Aussichten auf Heilung leider schlecht. Zwar hat die Medizin mit Immuntherapien bei einigen Patientinnen und Patienten Resultate erzielt, die (zu Recht) als therapeutischer Durchbruch bezeichnet werden können. Doch bei der Mehrheit der Erkrankten verfehlen die Immuntherapien ihre Wirkung.

Auch über die Immuntherapien hinaus hat die Forschung Fortschritte verzeichnet: Heute haben wir ein viel genaueres Bild davon, wie sich Tumorzellen und die Zellen in ihrer Umgebung gegenseitig beeinflussen. Auf diese Erkenntnisse gestützt sind auch eine Reihe neuer Medikamente entstanden, die etwa die aus dem Ruder gelaufenen Signalwege in den Tumorzellen wieder ins Lot rücken (wie die so genannten B-RAF-Inhibitoren) oder die Blutzufuhr der Tumorzellen drosseln, indem sie die Bildung neuer Blutgefässe verhindern (wie die so genannten Angiogenese-Hemmer).

Die Forschungsgruppe um Douglas Hanahan in Lausanne hat in Versuchen an Mäusen getestet, inwiefern diese neuen Medikamente die Entwicklung des Tumors aufhalten oder sogar verhindern können. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mussten dabei feststellen, dass sie mit ihren pharmakologischen Angriffen den Hautkrebs nur stabilisieren, aber nicht eliminieren konnten. «Es gehört zu den Mysterien von Melanomen, dass sie zwar viele Blutgefässe aufweisen, aber trotzdem Resistenzen gegen Angiogenese-Hemmer entwickeln können», sagt Hanahan.

Als die Forschenden die Wirkstoffe kombinierten, konnten sie das Tumorwachstum zwar länger unterbrechen als mit den Monotherapien. Doch auch die Kombinationstherapie erzielte nur einen vorübergehenden und leider keinen dauerhaften Nutzen. Als der Tumor wieder zu wachsen anfing, veränderte sich nicht nur das Verhalten der Tumorzellen, sondern auch das Verhalten der Immunzellen in ihrer unmittelbaren Umgebung – und zwar auf eine sehr uneinheitliche Weise: Das Team um Hanahan zählte bis zu 25 verschiedene Signalwege, die die Zellen aktivierten, um der Wirkung der Therapie zu entgehen. «Unsere Resultate sind zwar enttäuschend und ernüchternd, aber die Realität ist nun mal die Realität: Wir haben immer noch kein Wundermittel gegen Krebs zur Hand», sagt Hanahan.