Krebsforschung SchweizKrebsforschungUnterstützte ForschungsprojekteBeispielhafte wissenschaftliche VorhabenDen Ursachen von Kinderleukämie auf der Spur

Den Ursachen von Kinderleukämie auf der Spur

Leukämien treffen Kinder, die oft erst zwei bis fünf Jahre alt sind. An was liegt es, dass sie erkranken? Das Durchforsten einer schweizweiten Datensammlung zu Kinderkrebsfällen soll etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 200 Kinder an Krebs, die meisten davon an Leukämie. Diese Form von Blutkrebs befällt vor allem Zwei- bis Fünfjährige. Über die Ursachen dieser Krankheit wird zwar viel gerätselt: Haben genetische Faktoren oder elektromagnetische Felder einen Einfluss? Gesicherte Befunde hierzu gibt es so gut wie keine. In den im Schweizerischen Kinderkrebsregister erfassten Daten sucht der Statistiker Ben Spycher in Zusammenarbeit mit Kinderärztinnen und Epidemiologen nach Erkrankungsmustern.

Tatsächlich sind die Leukämiefälle bei Kindern nicht zufällig verteilt, wie die Forschenden um Spycher gezeigt haben. In ihren bisherigen Arbeiten sind sie auf örtlich und zeitlich begrenzte Häufungen gestossen, die auf die Rolle von Viren oder anderen Erregern hinweisen könnten, die genau dann im betroffenen Dorf oder Stadtteil zirkulierten, als die Kinder zur Welt kamen. Vielleicht hatte sich deshalb das Immunsystem der befallenen Kinder ungünstig entwickelt, so dass bei einigen Jahre später eine Leukämie ausbrach?

Zur Zeit sind das alles noch Vermutungen, die Spycher nun mit ausgeklügelten Zahlenspielen entweder erhärten oder verwerfen wird. Und auch wenn die potentiellen viralen Erreger in einem späteren Schritt noch identifiziert werden müssten: Erkenntnisse über mögliche Auslöser von Leukämie bei Kindern sind dringend nötig. Sie könnten vielleicht helfen, dieser Krankheit vorzubeugen. Zwar ist die Medizin heute in der Lage, die meisten jungen Patienten zu heilen. Doch die Behandlung ist für die Kinder – und ihre Angehörigen – physisch und psychisch sehr belastend, zudem geht sie auch mit einem erhöhten Risiko für Spätfolgen wie etwa verminderter Fruchtbarkeit einher.