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Fruchtbarkeit trotz Krebstherapie

Krebstherapien können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Insbesondere junge Krebspatienten müssen entscheiden, ob sie fruchtbarkeitserhaltende Massnahmen in Anspruch nehmen wollen. Eine von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderte Studie möchte die Patienten bei diesem wichtigen Entscheid unterstützen.

Heute stehen Männern, die an Krebs erkranken, fruchtbarkeitserhaltende Massnahmen zur Verfügung: Sie können Samenproben oder Hodengewebe einfrieren lassen. Allerdings müssen sie sich rasch – in der kurzen Zeit zwischen Diagnosestellung und Therapiestart – entscheiden, ob sie eine solche Option in Anspruch nehmen möchten. Betroffene denken beim Erhalt der Krebsdiagnose zuerst an Heilung. Dass sie sich zusätzlich mit der Kinderfrage beschäftigen müssen, vielleicht zum ersten Mal überhaupt, ist herausfordernd. Welche Informationen können ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen?

Sibil Tschudin und ihr Team haben in einer Vorgängerstudie ein Onlinetool für Krebspatientinnen entwickelt, das das Wissen über die Möglichkeiten zur Fruchtbarkeitserhaltung vergrössert und die Entscheidung für oder gegen eine solche Massnahme erleichtert. Nun werden die Forschenden im neuen Projekt auch die Bedürfnisse von männlichen Krebspatienten hinsichtlich einer digitalen Entscheidungshilfe erheben. Wie muss ein solches Onlinetool aussehen, damit es für Männer hilfreich ist?

Das Team um Tschudin möchte auf zwei verschiedene Arten Daten gewinnen: Erstens bitten sie 60 ehemalige Krebspatienten einen Onlinefragebogen auszufüllen und über ihre Erfahrungen mit fruchtbarkeitserhaltenden Massnahmen Auskunft zu geben. Zweitens laden sie maximal 20 dieser ehemaligen Patienten ein, sich an einer moderierten Diskussion in einer so genannten Fokusgruppe zu beteiligen. Diese Diskussionen verschaffen einen vertieften Einblick in die Bedürfnisse bezüglich Informationen zur Fertilitätserhaltung. Basierend auf den gewonnenen Resultaten entwickeln die Forschenden schliesslich ein Onlinetool, das männliche Krebspatienten bei der Entscheidung für oder gegen Massnahmen zur Fruchtbarkeitserhaltung unterstützen und dadurch letztlich ihre Lebensqualität verbessern soll.