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Social Media in der Onkologie

Jugendliche mit Krebs passen weder zur pädiatrischen noch zur Erwachsenenonkologie. Deshalb hinken die Behandlungsresultate den Fortschritten nach, die bei Kindern und bei Erwachsenen erzielt worden sind. Doch vielleicht lässt sich dieser Rückstand mit einem geschickten Einsatz von Social Media wettmachen?

Eva De Clercq und Michael Rost untersuchen, wie die elektronischen Kommunikationskanäle für die Onkologie genutzt werden können.

Eine Krebsdiagnose fordert Jugendliche besonders heraus, weil sie sich nicht nur mit der Erkrankung und der Behandlung auseinandersetzen müssen, sondern auch mit zahlreichen Fragen im Zusammenhang mit Ausbildung, Arbeit, Fruchtbarkeit, zwischenmenschlichen und intimen Beziehungen konfrontiert sind. Doch solche Aspekte werden häufig übersehen. Im Graubereich zwischen Kinder- und Erwachsenenonkologie werden die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren oft ungenügend wahrgenommen. Darunter leidet die Lebensqualität – und auch die Behandlungsresultate dieser Patientengruppe halten nicht mit den in den letzten Jahrzehnten erzielten Verbesserungen für Kinder und Erwachsene mit.

Um diese Situation zu ändern, bauen Forschende um Eva De Clercq von der Universität Basel auf die Stärken der heutigen Jugendlichen: Als «digital natives» ist ihnen der Umgang mit sozialen Medien sehr vertraut. In einer von der Stiftung Krebsforschung Schweiz geförderten Studie untersuchen De Clercq und ihr Kollege Michael Rost, wie die elektronischen Kommunikationskanäle für die Onkologie genutzt werden können. Dienen die Social Media beispielsweise dazu, die jungen Patientinnen und Patienten besser über vorhandene Unterstützungsangebote zu informieren? «Über die ethischen und rechtlichen Risiken der neuen Technologien ist viel geschrieben worden, wir wollen die Aufmerksamkeit aber auch auf die Chancen und Möglichkeiten richten», sagt De Clercq. Zusammen mit ihrem Team führt sie in einem ersten Schritt eine umfassende Literaturrecherche durch. Dabei berücksichtigen die Forschenden soziologische, ethische, medizinische, pflegerische und psychologische Perspektiven.

In einem zweiten Schritt plant De Clercq, in vertieften Gesprächen mit jungen Krebsbetroffenen, aber auch mit praktizierenden Onkologinnen und Onkologen, mehr über den aktuellen Einsatz von Social Media in Erfahrung zu bringen. De Clercq denkt, dass ein kluger Einsatz von Social Media das Potential hat, die Arzt-Patienten-Beziehung zu transformieren und die gemeinsame Entscheidfindung zu erleichtern. Doch auch darüber hinaus erhofft sich De Clercq, dass ihre Resultate einen kosteneffizienten Weg aufzeigen, wie die Behandlung und Betreuung von jungen Krebsbetroffenen verbessert werden kann.

Projekt-Nummer: HSR-4361-11-2017