Wenn die Brustkrebstherapie die Wechseljahre beeinflusst
Die Mehrheit der Brustkrebsbetroffenen ist bei der Diagnose über 50 Jahre alt und befindet sich daher bereits in oder nach den Wechseljahren. Wechseljahrbeschwerden werden häufig mit einer Hormontherapie behandelt. Bei hormonabhängigem Brustkrebs ist jedoch oft eine Antihormontherapie notwendig, die den Östrogenspiegel weiter senkt – und damit genau diese Beschwerden wieder auslösen oder verstärken kann. Diese Folge von «Wissen gegen Krebs» zeigt, wie stark diese Belastungen die Lebensqualität beeinflussen können.
Die Geschichte von Frau S.
Frau S. war 61 Jahre alt, als bei einer Routineuntersuchung im Januar 2025 Brustkrebs entdeckt wurde. Sie fühlte sich gesund und hatte nichts gespürt. Die Diagnose war ein Schock – auch weil sie erfuhr, dass es sich um hormonabhängigen Brustkrebs handelt.
Vor der Diagnose hatte Frau S. wegen Wechseljahrbeschwerden eine Hormontherapie mit Östrogenpflastern gemacht. Diese musste sie sofort absetzen. Zusätzlich nimmt sie heute eine Antihormontherapie, um das Rückfallrisiko zu senken. Dadurch kehrten die Wechseljahrbeschwerden zurück: Hitzewallungen, Schlafprobleme, Scheidentrockenheit, Infekte und die Sorge um die Knochendichte belasten ihren Alltag. Trotzdem nimmt sie die Medikamente weiter, weil die Angst vor einem Rückfall für sie schwerer wiegt.
Forschung zu Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen
Genau hier setzt ein von der Krebsforschung Schweiz unterstütztes Projekt von Petra Stute am Inselspital Bern an. Viele Frauen leiden unter den Nebenwirkungen der Antihormontherapie so stark, dass sie die Behandlung abbrechen. Das kann jedoch das Risiko für einen Rückfall des Brustkrebses erhöhen.
In der Studie werden Patientinnen über längere Zeit begleitet. Symptome, Blutwerte und die Einnahme der Medikamente werden erfasst. Ziel ist es, früh zu erkennen, welche Frauen besonders gefährdet sind, die Therapie abzubrechen. So könnten sie gezielter unterstützt werden – etwa durch engmaschigere Betreuung, psychologische Begleitung oder nicht-hormonelle Behandlungen, gegen Beschwerden wie Hitzewallungen.
