Menschen mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium müssen mit anhaltenden körperlichen und psychischen Belastungen umgehen. Der Krankheitsverlauf wirft aber oft auch existenzielle Fragen auf. «Bisher konzentrierte sich die Pflege vor allem auf die Bewältigung von krankheitsbedingten körperlichen Beschwerden», sagt Gora Da Rocha. Die Pflegewissenschaftlerin hat zusammen mit der Palliativmedizinerin Sophie Pautex einen Leitfaden namens «Revie ⊕» entwickelt. Er bietet Pflegefachpersonen eine Orientierung, um in Gesprächen mit Krebsbetroffenen am Lebensende verstärkt auch die existenziellen Ängste und Sorgen angehen zu können (siehe Kasten).
Diesen Leitfaden haben Da Rocha und Pautex in ihrem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt getestet. Sie wollten in erster Linie wissen, ob «Revie ⊕» das Selbstwertgefühl und die Lebenszufriedenheit der Patientinnen und Patienten stärken kann. Tatsächlich wiesen die Resultate ihrer Studie in diese Richtung, erzählt Da Rocha. Die mit verschiedenen Fragebögen ermittelten Ergebnisse auf der Selbstwert- oder Lebenszufriedenheitsskala waren nach den Gesprächen allerdings nur geringfügig besser als vor den Gesprächen. «Die Unterschiede liegen unterhalb der Schwelle für statistische Signifikanz», sagt Da Rocha.
