Die Geschichte von Frau Z.
Nach ihrer Brustkrebsdiagnose wollte Frau Z. mehr wissen. Sie bat ihre Ärztin, die pathologischen Bilder ihres Tumors sehen zu dürfen und vor allem, sie erklärt zu bekommen. Die violett eingefärbten Strukturen und Punkte wirkten auf sie fast schön. Ihre Frauenärztin erklärte ihr, dass es sich dabei um Krebszellen handelt – für Frau Z. blieben die Bilder jedoch zunächst unklar.
Im weiteren Austausch mit Fachpersonen aus der Pathologie und der Psychoonkologie hat sie mehr Verständnis dafür gewonnen, was diese Bilder über ihre Krankheit aussagen. Das hat ihr Ruhe und Sicherheit gegeben: nicht alles bis ins letzte Detail wissen zu müssen, aber zu wissen, dass andere verstehen, was mit ihrem Körper passiert.
Pathologie im Gespräch mit Betroffenen
Die Idee zu dem von der Krebsforschung Schweiz unterstützten Forschungsprojekt stammt vom Pathologen Gieri Cathomas (Institut für Gewebsmedizin und Pathologie, Universität Bern) und wurde gemeinsam mit der Psychoonkologin Marie-Louise Fontana sowie dem Psychoonkologen Alexander Wünsch weiterentwickelt. Ziel ist es, Krebsbetroffenen zu helfen, ihren pathologischen Befund besser zu verstehen und das oft diffuse Krankheitsbild zu konkretisieren.
Während man im Internet viele Informationen findet, ist es für Patientinnen und Patienten etwas anderes, den eigenen Tumor zu sehen und erklärt zu bekommen. In persönlichen Gesprächen können Pathologinnen und Pathologen eine Art Übersetzungsfunktion übernehmen: Sie machen sichtbar, was sonst abstrakt bleibt. Wie Alexander Wünsch erklärt, kann dieses Verständnis insbesondere zu Beginn einer Behandlung Orientierung geben, wenn vieles unklar und überfordernd wirkt.
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