Nicht jede Krebserkrankung entsteht zufällig. Manche Menschen tragen eine erbliche Veranlagung in sich, die das Risiko für bestimmte Krebsarten deutlich erhöht. Nadja ist 49 Jahre alt und lebt mit dem Wissen, dass sie das Lynch-Syndrom von ihrer Mutter geerbt hat. In der aktuellen Folge von «Wissen gegen Krebs» erzählt sie, wie sie mit diesem Wissen umgeht – und warum es bei erblich bedingtem Krebs oft nicht nur um eine einzelne Person geht, sondern um eine ganze Familie.
Die Geschichte von Nadja
In Nadjas Familie kam der Verdacht auf ein Lynch-Syndrom auf, nachdem ihre Mutter sowohl an Gebärmutterschleimhautkrebs als auch an Darmkrebs erkrankt war. Ein Gentest bestätigte die erbliche Veranlagung. Damit stand auch für Nadja und ihre Geschwister die Frage im Raum, ob sie betroffen sein könnten.
Zunächst nahm Nadja diese Möglichkeit nicht allzu ernst. Doch weil sie aufgrund ihrer Familiengeschichte immer wieder zu Vorsorgeuntersuchungen geschickt wurde, entschied sie sich schliesslich für eine genetische Beratung und einen Gentest. Das positive Resultat erschütterte sie im ersten Moment. Gleichzeitig halfen ihr die medizinischen Informationen, ihr persönliches Risiko besser einzuordnen. Heute geht sie regelmässig zur Vorsorge; Gebärmutter und Eierstöcke wurden ihr später entfernt. Im Alltag begleitet sie das Lynch-Syndrom nicht ständig – aber es hat ihren Blick auf das Leben verändert.
Forschung für Familien mit erblichem Krebsrisiko
Hier setzt die schweizweite Cascade-Studie an, an der unter anderem die Gynäkologin Nicole Bürki vom Universitätsspital Basel und Ursina Zürrer, Nadjas Onkologin am Kantonsspital Winterthur, beteiligt sind. Die von Krebsforschung Schweiz unterstützte Studie untersucht, wie Familien mit erblich bedingtem Krebs besser begleitet werden können.
Denn wenn bei einer Person eine erbliche Genveränderung nachgewiesen wird, kann diese Information auch für weitere Familienmitglieder wichtig sein. Sie könnten ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko haben und von genetischer Beratung, einem Gentest und früherer Vorsorge profitieren. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Unterstützung Familien brauchen, damit solche Informationen weitergegeben und möglicherweise betroffene Angehörige rechtzeitig erreicht werden können.
