Forschung für die Kleinsten – Hirntumoren bei Kindern

GehirnkrebsKinderkrebsPodcast: Wissen gegen Krebs
26. August 2026

Ein Hirntumor im Alter von nur drei Monaten: Die Geschichte einer Familie, neue Hoffnung durch Forschung und wie es dem Jungen heute geht. Jetzt in der neuen Folge von «Wissen gegen Krebs».

In dieser Episode

Bei einem Jungen wurde bereits im Alter von drei Monaten ein Hirntumor entdeckt. Eine Operation war wegen der Lage des Tumors nicht möglich. Seither begleiten Therapien, Untersuchungen und die Sorge vor einem weiteren Wachstum den Alltag der ganzen Familie. In der aktuellen Folge von «Wissen gegen Krebs» erzählen die Eltern von ihrem langen Weg – und die Kinderneuro-Onkologin Ana Stücklin erklärt, wie die Forschung die Behandlung kindlicher Hirntumoren verbessern will.

 

Ein langer Weg für die ganze Familie

Bei dem Jungen wurde ein sogenanntes niedriggradiges Gliom diagnostiziert. Diese Hirntumoren wachsen meist langsam und bilden nur selten Metastasen. Liegen sie jedoch tief im Gehirn und in der Nähe wichtiger Strukturen, können sie oft nicht operiert werden.

Dann braucht es häufig über Jahre verschiedene Therapien, um das Wachstum des Tumors zu kontrollieren. Dabei müssen Ärztinnen und Ärzte nicht nur darauf achten, dass die Behandlung wirkt, sondern auch mögliche Langzeitfolgen berücksichtigen. Gerade bei kleinen Kindern können Therapien die Entwicklung beeinträchtigen oder später Organschäden verursachen.

Heute wächst der Tumor des Jungen unter der aktuellen Behandlung nicht weiter. Die Medikamente verträgt er gut. Dennoch bleibt die Unsicherheit: Vor jeder MRI-Untersuchung steigt die Anspannung in der Familie.

 

Warum Therapien nicht immer dauerhaft wirken

Ana Stücklin behandelt Kinder mit Hirntumoren am Universitätskinderspital Zürich und leitet gleichzeitig eine Forschungsgruppe. Mit Unterstützung der Krebsforschung Schweiz untersucht sie, warum manche Tumoren auf bestimmte Medikamente nicht ansprechen oder nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung resistent werden.

Kindliche Hirntumoren können biologisch sehr unterschiedlich sein. Die Forschenden analysieren deshalb Tumorzellen und grosse Datensätze und testen im Labor neue Wirkstoffe. Dabei untersuchen sie nicht nur die Tumorzellen selbst, sondern auch deren Umgebung. Diese könnte mitentscheiden, wie gut ein Tumor auf eine Therapie reagiert.

Das Ziel ist, Behandlungen künftig gezielter einzusetzen und herauszufinden, ob und wann Medikamente sicher abgesetzt werden können. Denn viele der heutigen Therapien wirken zwar gut, müssen aber langfristig eingenommen werden, weil der Tumor nach dem Absetzen erneut wachsen kann.