Unser Körper folgt einer inneren Uhr, dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus beeinflusst viele Körperfunktionen, darunter auch das Immunsystem. Die Chrono-Medizin erforscht, ob der Zeitpunkt einer Behandlung eine Rolle für ihre Wirksamkeit spielt.
Die Onkologin, Gender-Medizinerin und Forscherin Berna Özdemir vom Inselspital Bern untersucht, ob eine Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs, der bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, am Vormittag besser wirkt als am Nachmittag. In einer Studie mit 108 Patientinnen und Patienten geht sie dieser Frage nach. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Zeitpunkt tatsächlich eine Rolle spielen könnte. Ob dies tatsächlich so ist und ob der Zeitpunkt bei Frauen und Männern eine unterschiedliche Rolle spielt, ist jedoch noch offen.
Auch der Grundlagenforscher Christoph Scheiermann von der Universität Genf erforscht, warum der Körper zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich auf eine Immuntherapie reagiert. Könnte die richtige Uhrzeit künftig helfen, Krebs wirksamer zu behandeln und Nebenwirkungen zu verringern?
Ein spannender Einblick in ein Forschungsfeld, das die Krebsmedizin bald verändern könnte.
