«Ich erhalte fast täglich Nachrichten von Menschen mit Hirntumoren, die keine weiteren Therapieoptionen mehr haben.» Die Motivation zur Forschung ist für Prof. Gregor Hutter von der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsspital Basel entsprechend gross: «Im Zeitalter der molekularen Präzisionsmedizin hoffe ich dadurch, mit meinem Team das Leben von Betroffenen wesentlich zu verbessern.»
Bösartige Hirntumore verändern das Leben der Erkrankten und ihrer Angehörigen von einem Tag auf den anderen. Doch trotz intensiver Forschung hat sich die Prognose bei Erkrankungen wie dem Glioblastom oder Hirnmetastasen in den vergangenen 20 Jahren nur wenig verbessert. Genau hier setzt die Arbeit von Hutter und seinem Team an. Ihr Ziel ist es, neue Therapieansätze zu entwickeln, die die Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern.
Das Immunsystem als Verbündeter
Im Mittelpunkt von Hutters Forschung steht die Immuntherapie. Dabei wird die körpereigene Abwehr gezielt gegen Krebszellen eingesetzt. Während diese Behandlungsform bei einigen Krebsarten bereits grosse Erfolge erzielt hat, fehlen bei Hirntumoren bislang entscheidende Durchbrüche.
Er und sein Team verfolgen deshalb einen neuartigen Ansatz: Speziell veränderte T-Zellen sollen nicht nur Tumorzellen angreifen, sondern gleichzeitig sogenannte Makrophagen, die «Fresszellen» des Immunsystems, im Tumor aktivieren. «Mit dieser doppelten Wirkung erhoffen wir uns einen deutlich stärkeren Effekt als mit bisherigen Verfahren», erklärt der Forscher.
Rascher Fortschritt für mehr Hoffnung
In den vergangenen Jahren wurde die Therapie in seinem Labor entwickelt. Nun soll sie erstmals in einer klinischen Studie bei Patientinnen und Patienten mit ausbehandeltem Glioblastom eingesetzt werden. Die Immunzellen werden aus dem Blut der Patientinnen und Patienten gewonnen, in einer besonders sauberen sowie streng kontrollierten Umgebung genetisch verändert und anschliessend mit einem kleinen neurochirurgischen Eingriff direkt in den Hirntumor eingebracht.
Zunächst steht die Sicherheit der Behandlung im Fokus, später ihre Wirksamkeit. Für Hutter ist klar: «Der Bedarf an neuen Therapien für bösartige Hirntumore ist dringend.» Sein Wunsch für die Zukunft ist, dass vielversprechende Innovationen schneller den Weg zu den Patientinnen und Patienten finden. «So können wir den wissenschaftlichen Fortschritt rascher in bessere Behandlungsmöglichkeiten und in Hoffnung übersetzen.»
Projektnummer: KFS-5789-02-2023
