Kinder, die den Krebs besiegt haben, leiden als Erwachsene oft an den Spätfolgen ihrer Behandlung. Unter anderem an Herzproblemen. Eine Kinder-Onkologin forscht nach den besten Methoden zur Früherkennung.
Kinder, die den Krebs besiegt haben, leiden als Erwachsene oft an den Spätfolgen ihrer Behandlung. Unter anderem an Herzproblemen. Eine Kinder-Onkologin forscht nach den besten Methoden zur Früherkennung.
«Nach einer überstandenen Kinderkrebserkrankung sollen junge Erwachsene ein unbeschwertes und gesundes Leben führen können. Die Herzgesundheit ist hierbei ein wichtiger Bestandteil. Dazu möchte ich beitragen», erklärt die Oberärztin für Kinder-Onkologie und -Hämatologie, Dr. Christina Schindera. Ihr liegt die Forschung sehr am Herzen: «Wir wollen Herzprobleme frühzeitig erkennen. So können wir diese gezielt behandeln und die Herzgesundheit möglichst lange erhalten.»
Kinder, die den Krebs überstanden haben, können im Laufe ihres Lebens dennoch unter einigen Beschwerden leiden. «Spätfolgen können jedes Organsystem betreffen», weiss die Kinder-Onkologin. Am häufigsten seien Herz- und Lungenerkrankungen, Störungen des Hormonsystems sowie Probleme mit Muskeln und Knochen. Aber auch psychische Probleme, Konzentrationsschwierigkeiten sowie chronische Müdigkeit können im Erwachsenenalter belasten.
Ihr Forschungsprojekt untersucht, wie häufig und bei welchen jungen Patientinnen und Patienten Herzprobleme nach einer Kinderkrebserkrankung auftreten. Dabei prüft ihr Team mittels Herzultraschall die Pumpleistung des Herzmuskels. Beim Herzkreislauf-Belastungstest treten die Teilnehmenden auf einem Velo gegen den zunehmenden Widerstand an. «So können wir untersuchen, ob Herzprobleme eventuell erst unter Belastung auftreten.»
Hierfür lädt die Forscherin Kinderkrebsüberlebende zu einer umfassenden Herznachsorge ein. «Neben der Pumpfunktion des Herzens und seiner Belastbarkeit erfassen wir auch andere wichtige Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel der Blutdruck, der Bauchumfang, die Ernährung und Lebensqualität sowie die chronische Müdigkeit.»
Und was wünscht sich die Kinder-Onkologin für die Zukunft? «Schonendere Krebstherapien. Dadurch weniger Spätfolgen sowie eine bessere Nachsorge und mehr Aufklärung für junge Patientinnen und Patienten. Damit diese selbstbestimmt und informiert ins Erwachsenenleben treten können.»
Projekt-Nummer: KFS-6096-02-2024